Call zum 8. Netzwerktreffen am 4. Dezember 2026, 9:00 bis 13:00 Uhr (online)
Hier den Call als PDF herunterladen http://parw-in.de/wp-content/uploads/2026/09/Call-Netzwerktreffen-2026.pdf
Wissenschaftliche Haltung leben und fördern
„Wissenschaftler*innen tragen Verantwortung dafür, die grundlegenden Werte und Normen wissenschaftlichen Arbeitens in ihrem Handeln zu verwirklichen und für sie einzustehen. Die Vermittlung der Grundlagen guten wissenschaftlichen Arbeitens beginnt zu einem frühestmöglichen Zeitpunkt in der akademischen Lehre und wissenschaftlichen Ausbildung. Wissenschaftler*innen aller Karriereebenen aktualisieren regelmäßig ihren Wissensstand zu den Standards guter wissenschaftlicher Praxis und zum Stand der Forschung.“ (DFG)
Das Leben der Werte und Normen des wissenschaftlichen Arbeitens prägt die wissenschaftliche Haltung. Dies allein genügt jedoch nicht: Wesentlich ist es auch, diese Haltung weiterzugeben. Wie kann dies gelingen?
Idealerweise beginnt diese Förderung der wissenschaftlichen Haltung bereits vor dem Studium. Schüler*innen sollen schon in der Oberstufe an wissenschaftliches Arbeiten und die damit verbundene Haltung herangeführt werden. In der Praxis geschieht dies jedoch häufig nur punktuell, sodass die ersten Berührungspunkte mit Wissenschaft zumeist erst im Studium stattfinden. In den Hochschulen führt das zu Herausforderungen, wenn bereits Vorwissen vorausgesetzt wird, dieses aber sehr heterogen ist. Vorteilhaft erscheint daher, bereits zu Beginn des Studiums, aber auch immer wieder im Verlauf des Studiums Anlässe zu schaffen, die zum Aufbau der wissenschaftlichen Haltung beitragen können. Dies könnten beispielsweise frühe Schreibgelegenheiten oder die Förderung von Informationskompetenz sein. Durch die breite Nutzung und Verfügbarkeit großer LLMs verändern sich wissenschaftliches Schreiben und Recherchieren fundamental. Es stellt sich die Frage, wie eine wissenschaftliche Haltung mit oder trotz KI gefördert werden kann.
Beim diesjährigen Netzwerktreffen möchten wir uns daher mit der folgenden Leitfrage auseinandersetzen:
Wie und durch wen kann der nachhaltige Aufbau einer wissenschaftlichen Haltung unterstützt werden?
Weiterführende Fragen, die uns zum Beispiel interessieren, sind:
- Wo und wie entwickeln Studierende eine wissenschaftliche Haltung? Wer ist „zuständig“ für den Aufbau einer wissenschaftlichen Haltung? (Verortung an der Hochschule)
- Wird die wissenschaftliche Haltung explizit in offiziellen Dokumenten der Hochschulen benannt, und wenn ja wo und wie?
- Worauf kommt es in der (über-)fachlichen Lehre an, um den Aufbau einer wissenschaftlichen Haltung bei den Studierenden wahrscheinlicher zu machen?
- Wie gehen wir mit anti-wissenschaftlichen Haltungen in Lehrveranstaltungen um?
- Was bedeutet “wissenschaftliche Haltung” im KI-Zeitalter überhaupt? Wandelt sich der Begriff bzw. seine gelebte Umsetzung gerade? Welche Rolle kann und soll KI beim Aufbau einer wissenschaftlichen Haltung spielen (und welche nicht)?
- In welchem Verhältnis steht der Aufbau der wissenschaftlichen Haltung zu anderen hochschulischen Bildungszielen wie z.B. der Vorbereitung auf bestimmte Berufsfelder bzw. Professionen oder der Demokratieförderung?
- Woran erkennt man den gelungenen Aufbau einer wissenschaftlichen Haltung? Wo und wie kommt sie in Studium und Abschluss zum Tragen?
Beiträge
Wir wünschen uns insbesondere Beiträge mit Bezug zur Lehr-Lern-Praxis an Hochschulen. Die Beiträge sollen aktuelle Diskurse aufzeigen oder Ansätze für neue Lehr-Lernmodelle bieten. Hierzu laden wir auch herzlich Studierende ein, sich mit einem Beitrag einzubringen.
Formate
Ein Beitrag zum Netzwerktreffen kann entweder die Form eines Vortrags, eines Workshops oder eines Lightning Talks haben.
- Vorträge dauern 20 Minuten, an die sich eine 10-minütige Diskussion anschließt. Vorträge können theoretische oder praktische Inhalte behandeln.
- Workshops behandeln in 60 Minuten ein Thema. In diesem Format werden Teilnehmende aktiv miteinbezogen.
- Lightning Talks bieten in 5 Minuten Einblicke in einschlägige Forschungsprojekte oder Best-Practice-Beispiele aus der Lehre.
Einreichung eines Beitrags
Sie können Ihren Beitragsvorschlag im Umfang von maximal einer Seite formlos bis 26. Oktober 2026 unter info@parw-in.de einreichen. Bitte machen Sie Angaben zum gewünschten Format, zum Titel und zum geplanten Inhalt. Sie erhalten bis spätestens 2. November 2026 Bescheid, ob Ihr Beitrag ausgewählt wurde.
Neu in diesem Jahr
Unabhängig von einer Einreichung für das Netzwerktreffen können Sie in diesem Jahr bis 27. November 2026 einen Beitrag für die Perspektivenparade zur Frage “Welche Haltung ist hilfreich im Umgang mit Wissen – und warum?” einreichen. Eine Perspektivenparade ist eine Sammlung von Gedanken und Ideen zum Thema. Diese können in unterschiedlichen Formaten (Video, Audio, Text etc.) eingereicht werden. Ausgewählte Perspektiven werden beim Netzwerktreffen vorgestellt. Weitere Informationen dazu auf unserer Webseite: https://parw-in.de/perspektiven-parade-2026/
Follow-Up
Wir bieten die Möglichkeit, im Nachgang zum Netzwerktreffen einen Beitrag auf unserer Homepage zu veröffentlichen. Ein solcher Beitrag sollte etwa 1000 Wörter umfassen (exklusive Literaturangaben).
Kontakt
Anmeldung zum Netzwerktreffen
Hier können Sie sich bereits für das Netzwerktreffen anmelden.
Das Programm erscheint im Herbst.
Hintergrund
Die Netzwerktreffen richten sich an Personen, die sich besonders für die Förderung des wissenschaftlichen Arbeitens sowohl in der Fachlehre als auch in der überfachlichen Studierenden- und Promovierendenbegleitung engagieren oder in Zukunft engagieren möchten. Wir verstehen das Netzwerktreffen als Plattform für Austausch und wechselseitiges Lernen.
Das Netzwerktreffen 2026 steht in einer Tradition von Netzwerktreffen, die im Jahr 2019 an der Hochschule Coburg begannen. Weitere Informationen sind hier zu finden:
http://parw-in.de/netzwerktreffen/
Das diesjährige Netzwerktreffen wird von PARWIN e.V. (Promoting Academic Research and Writing – an International Network) in Kooperation mit der Technischen Hochschule Würzburg-Schweinfurth ausgerichtet.
7. Netzwerktreffen am 5. Dezember 2025 (online)
Demokratie durch Wissen stärken – Was kann wissenschaftliches Arbeiten dazu beitragen?
Die aktuellen und teils beunruhigenden antidemokratischen Entwicklungen beschäftigen viele Menschen intensiv. Egal, ob im Freundeskreis, in den Medien oder in politischen Debatten – die Themen Demokratie, Fake News und Deep Fake werden breit diskutiert.
Mittlerweile mehren sich auch Stimmen, dass sich die Hochschulen stärker des Themas „Demokratie“ annehmen sollten, um Studierende mit Kompetenzen auszustatten, die demokratisches Denken und Handeln fördern. Immerhin heißt es im deutschen Hochschulgesetz, dass Studierende zu „verantwortlichem Handeln in einem freiheitlichen, demokratischen und sozialen Rechtsstaat befähigt“ (§ 7) werden sollen.
Aber wie genau kann eine solche Befähigung aussehen und was kann insbesondere das wissenschaftliche Arbeiten dazu beitragen? Bei unserem diesjährigen Netzwerktreffen möchten wir uns daher mit folgender Frage auseinandersetzen:
Wie kann wissenschaftliches Arbeiten gezielt gelehrt werden, um eine demokratische Haltung auszubilden und zu festigen sowie demokratisches Denken und Handeln zu fördern?
Melden Sie sich HIER zum Netzwerktreffen an und diskutieren Sie mit!
Programm
Die Programmübersicht können Sie HIER als PDF herunterladen. Eine ausührliche Programmbeschreibung mit den Abstracts finden Sie HIER.
| Uhrzeit | Programmpunkt | |
| 08:45 Uhr | Ankommen und Netzwerken in offenen Break-out-Räumen | |
| 09:00 Uhr | Begrüßung Dipl.-Psych. Sandra Schlösser (Kanzlerin der Hochschule Hamm-Lippstadt) | |
| 09:10 Uhr | „Wissenschaftliches Arbeiten Lehren und Lernen“ – Highlights seit dem 6. Netzwerktreffen 2024 Prof. Dr. Julia Prieß-Buchheit (Christian-Albrechts-Universität zu Kiel) | |
| 09.15 Uhr | Keynote: „Wissenschaftlich Arbeiten lernen und lehren als Praxis politischer Bildung?“ Dr. Dominique Miething (Otto-Suhr-Institut für Politikwissenschaft, FU Berlin) | |
| 09.45 Uhr | Lightning Talks | |
| WISAR trifft RFCDC – zwei Referenzrahmen und ihre Gemeinsamkeiten PARWIN e. V. Demokratie Nuggets – Wie kann ich in der Lehre demokratiefördernde Maßnahmen einsetzen? Henrike Heckmann (Zentrum für Wissensmanagement, Hochschule Hamm-Lippstadt) | ||
| 10:10 Uhr | PAUSE | |
| 10:30 Uhr | Parallele Workshops | |
| Workshop 1: Schreiben für die Demokratie Alexey Orlov (SchreibCenter am Sprachenzentrum, Technische Universität Darmstadt) | Workshop 2: KI-Chatbots als Informationsmedium – eine Gefahr für die Demokratie Dr. Monika Oertner (Schreibberaterin & Dozentin für wiss. Schreiben, Hochschule Konstanz) | |
| 11:35 Uhr | Vorträge | |
| Grundprinzipien wissenschaftlichen Arbeitens gegen Desinformation Petra Bruckmeier & Catarina Schneider (Hochschule für den öffentlichen Dienst in Bayern, Fachbereich Archiv- und Bibliothekswesen) | ||
| Kritisches Denken und intellektuelle Redlichkeit Dr. Markus Mersits (Philosoph und Schreibtrainer für wiss. Schreiben) | ||
| 12:40 Uhr | Ausklang, Ausblick & Abschied | |
Anmeldung zum Netzwerktreffen
Die Anmeldung ist ab sofort hier möglich.
Hintergrund zum Netzwerktreffen
Das Netzwerktreffen richtet sich an Personen, die sich besonders für die Förderung des wissenschaftlichen Arbeitens sowohl in der Fachlehre als auch in der überfachlichen Studierenden- und Promovierendenbegleitung engagieren oder in Zukunft engagieren möchten. Wir verstehen das Netzwerktreffen als Plattform für Austausch und wechselseitiges Lernen.
Das Netzwerktreffen 2025 steht in einer Tradition von Netzwerktreffen, die im Jahr 2019 an der Hochschule Coburg begannen. Das diesjährige Netzwerktreffen wird von PARWIN e.V. (Promoting Academic Research and Writing – an International Network) in Kooperation mit dem Zentrum für Wissensmanagement der Hochschule Hamm-Lippstadt organisiert.
Vergangene Netzwerktreffen
2019: Im November wurde an der Hochschule Coburg im Rahmen eines Symposiums das Netzwerk für wissenschaftliches Arbeiten lehren und lernen ins Leben gerufen. Die Referent:innen beleuchteten das Thema interdisziplinär und gaben Anregungen, wie das Thema auch unter Studierende beliebter werden könnte. Das Programm und die Rückschau gibt es hier.
2020: Das zweite Netzwerktreffen richtete die Hochschule Coburg aufgrund der Pandemie online aus. Aus den Workshops gingen mehrere Arbeitsgruppen hervor. Einen Überblick über die weiteren Arbeitsergebnisse bekommen Sie hier. Die Gruppe „Referenzrahmen wissenschaftliches Arbeiten“ um Dr. Andrea Klein und die AG „Akademische Integrität im Zeitalter künstlicher Intelligenz“ um Prof. Dr. Doris Weßels sind weiterhin aktiv.
2021: Beim dritten Netzwerktreffen tauschten sich Expert:innen online zu den Schwerpunkten Strategien und Techniken des wissenschaftlichen Arbeitens und zu neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen zum Lehren und Lernen wissenschaftlichen Arbeitens aus.
2022: Beim vierten Netzwerktreffen am 09.12. drehten sich die sechs Workshops um kompetenzorientierte Lehr-Lernszenarien und Prüfungen. Die Veranstaltung wurde in Kooperation mit dem Bayerischen Prüfungsnetzwerk und PARWIN gemeinsam durchgeführt.
2023: Das fünfte Netzwerkttreffen am 8.12. mit dem Titel „Mensch, Maschine, Methode“ beschäftigte sich damit, wie sich wissenschaftliches Arbeiten derzeit verändert und was dies konkret für die Lehre und das Erlernen des wissenschaftlichen Arbeitens bedeutet. Auf dem Netzwerktreffen, welches in Kooperation mit der Fachhochschule Potsdam durchgeführt wurde, fand ein offener Austausch über die Lehrpraxis verschiedener Akteursgruppen (Fachlehrende, Hochschul- und Schreibdidaktiker*innen, Teaching Librarians u. v. m.) statt.
2024: Tools, Tools, Tools … Das sechste Netzwerktreffen, welches am 6.12. in Kooperation mit der Bibliothek der FU Berlin ausgerichtet wurde, beschäftigte sich mit dem Thema „Toolifizierung beim wissenschaftlichen Arbeiten?“ Bei diesem Netzwerktreffen fokussierten wir uns auf die Frage: Inwiefern können (KI-) Tools beim Lehren und Lernen des wissenschaftlichen Arbeitens gewinnbringend eingesetzt werden?
